Kellerfenster austauschen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Neruli GmbH
2026-03-25 21:50:00 / Ratgeber

Das Kellerfenster fällt im Alltag kaum auf – bis es undicht wird, die Wärme aus dem Keller entweicht oder der Schimmel an der Laibung beginnt. Wer sein Kellerfenster austauschen möchte, muss kein gelernter Handwerker sein: Mit dem richtigen Werkzeug, einem passenden Ersatzfenster und dieser Anleitung lässt sich der Tausch an einem halben Tag erledigen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann es Zeit für ein neues Kellerfenster ist, welches Material Sie benötigen und wie der Einbau Schritt für Schritt gelingt.

Wann ist es Zeit, das Kellerfenster zu ersetzen?

Kellerfenster sind im Vergleich zu Wohnraumfenstern oft jahrzehntelang in Betrieb – häufig, ohne je erneuert worden zu sein. Das rächt sich: Alte Einfachverglasungen oder verwitterte Stahlrahmen aus den 1970er- und 1980er-Jahren erfüllen die Anforderungen der heutigen Wärmeschutzverordnung (EnEV / GEG) nicht mehr. Folgende Anzeichen sprechen dafür, dass ein Austausch fällig ist:

  • Kondenswasser und Eisblumen an der Innenscheibe im Winter – ein klares Zeichen für mangelnde Wärmedämmung
  • Schimmelflecken an Laibung oder Fensterrahmen durch dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit
  • Zugluft trotz geschlossenem Flügel – defekte Dichtungen oder verzogener Rahmen
  • Korrosion am Stahlrahmen oder Faulstellen im Holzrahmen
  • Vergilbte oder gerissene Einfachverglasung mit stark erhöhtem Wärmeverlust (U-Wert > 5,0 W/m²K)
  • Alter über 20–25 Jahre: Selbst gut erhaltene Kunststofffenster verlieren mit der Zeit ihre Dichtigkeitseigenschaften

Modernen Kellerfenstern mit 2-fach Verglasung erreichen U-Werte von 1,1–1,3 W/m²K, Modelle mit 3-fach Verglasung sogar unter 0,7 W/m²K. Das senkt Heizkosten spürbar – auch im Keller, der als thermische Hülle des Hauses fungiert.

Welches Werkzeug brauche ich?

Für einen unkomplizierten Kellerfenstertausch genügt Standardwerkzeug, das in den meisten Haushalten vorhanden ist. Stellen Sie vor Beginn sicher, dass alles griffbereit liegt:

  • Akkubohrschrauber mit Bits (PH2, PZ2) sowie langer Bohrer (Ø 8–10 mm) für Mauerwerk
  • Schlagbohrer oder Bohrhammer (für Beton- oder Ziegellaibungen)
  • Stemmmeißel und Hammer (zum Lösen des alten Rahmens)
  • Säge (Stichsäge oder Säbelsäge, falls der alte Rahmen aus Holz besteht)
  • Wasserwaage (mind. 60 cm) und Zollstock / Maßband
  • Montagekeile (Kunststoff oder Holz) zum Ausrichten
  • Rahmendübel und Stockschrauben (passend zur Wandstärke)
  • PU-Schaum (Fenster-Montageschaum, Klasse 1 für den Keller empfohlen)
  • Innen- und Außenabdichtband (Kompriband / Fensterdichtband)
  • Fugenmasse / Acryl (für die abschließende Versiegelung)
  • Schutzbrille, Arbeitshandschuhe, Knieschoner
  • Plastikfolie oder Abdeckplane (für den Boden)

Tipp: Kaufen Sie Rahmendübel erst, wenn Sie die exakte Wandstärke kennen. Typische Kellerwände aus Beton haben 20–30 cm, aus Bimsstein oder Hohlziegel 17,5–24 cm. Die richtige Dübellänge verhindert Ausreißen im Altbau.

Kellerfenster austauschen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der folgende Ablauf gilt für den Tausch eines Standard-Kellerfensters im Blendrahmentausch-Verfahren – d.h., der alte Blendrahmen wird vollständig entfernt und ein neues Fenster komplett neu eingebaut. Diese Methode ist gründlicher als das Vorsetzen und empfiehlt sich vor allem bei verrotteten oder beschädigten Altrahmen.

Schritt 1: Altes Fenster entfernen

Beginnen Sie damit, den Flügel auszuhängen – bei alten Kippfenstern genügt es oft, die Haken zu öffnen und den Flügel nach innen herauszunehmen. Bei eingebauten Stahlzargen arbeiten Sie sich mit dem Stemmmeißel von innen an die Befestigungspunkte des Blendrahmens vor. Lösen Sie alle sichtbaren Schrauben oder Nägel. Durchtrennen Sie alte Silikon- und Mörtelfugen ringsherum mit einem Cuttermesser oder dem Fugenmesser. Hebeln Sie den Rahmen anschließend vorsichtig heraus – meist reicht ein starker Flachmeißel und ein Hammer. Achten Sie darauf, die Laibung dabei so wenig wie möglich zu beschädigen. Entsorgen Sie Altmaterial gemäß den örtlichen Vorschriften; Altholz und PVC-Rahmen gehören in unterschiedliche Fraktionen.

Schritt 2: Rahmenöffnung reinigen und prüfen

Klopfen Sie losen Putz, alte Schaumreste und Mörtelbrocken aus der Leibung heraus. Prüfen Sie das Mauerwerk auf Risse, Frostschäden oder feuchte Stellen. Kleine Schäden können Sie mit Mörtelspachtel oder Reparaturmörtel ausbessern – lassen Sie diesen vollständig trocknen, bevor Sie das neue Fenster einsetzen. Messen Sie jetzt die lichte Mauerwerksöffnung nochmals präzise aus (Breite × Höhe, an mindestens drei Punkten), um sicherzugehen, dass das bestellte Fenster passt. Ein Übermaß von 1–2 cm ringsum ist ideal für das Ausrichten und Einschäumen.

Schritt 3: Neues Kellerfenster einsetzen

Legen Sie das neue Fenster kurz trocken in die Öffnung, um den Sitz zu prüfen. Platzieren Sie anschließend die Montagekeile an der Unterkante – je zwei Keile links und rechts sowie eine Unterstützung in der Mitte bei Fensterbreiten über 80 cm. Setzen Sie das Fenster ein und richten Sie es mit der Wasserwaage horizontal und vertikal aus. Der Rahmen sollte in der Öffnung gerade stehen und allseitig etwa 1–1,5 cm Luft zur Laibung haben. Bohren Sie jetzt die Befestigungslöcher: Bei PVC-Blendrahmen von innen durch den Rahmen ins Mauerwerk (Bohrtiefe = Wandstärke + Dübellänge). Verwenden Sie mindestens 3 Befestigungspunkte pro Seite. Setzen Sie die Rahmendübel ein und schrauben Sie das Fenster fest – zunächst ohne abschließendes Anziehen, bis Sie die Ausrichtung nochmals geprüft haben.

Schritt 4: Abdichten und isolieren

Fachgerechte Abdichtung folgt dem „innen dichter als außen"-Prinzip: Die innenseitige Dampfbremse (z. B. Innenabdichtband) verhindert, dass Raumfeuchte in die Fuge eindringt; die außenseitige Schicht (Kompriband oder Außenabdichtfolie) ist schlagregensicher, aber diffusionsoffen. Füllen Sie den Hohlraum zwischen Rahmen und Mauerwerk mit PU-Montageschaum – füllen Sie nicht zu viel auf einmal, da Schaum beim Aushärten quillt und den Rahmen verziehen kann. Bei breiten Fugen lieber in mehreren Schichten arbeiten. Nach dem Aushärten (ca. 2–4 Stunden) schneiden Sie überstehenden Schaum bündig ab und versiegeln die Fugen innen mit Acryl, außen mit witterungsbeständigem Silikon oder Fugendichtband.

Schritt 5: Kontrolle und Funktionsprüfung

Öffnen und schließen Sie den Fensterflügel mehrfach: Er sollte leichtgängig laufen, sauber einrasten und keine Klemmpunkte haben. Prüfen Sie die Dichtheit der Dichtungslippen – fahren Sie dazu mit einem Blatt Papier entlang der Fuge: Es sollte deutlichen Widerstand spüren. Kontrollieren Sie von außen, ob die Außenfuge vollständig versiegelt ist, und prüfen Sie, ob Regenwasser nicht in die Fensterbankzone läuft. Befestigen Sie abschließend eventuell mitgelieferte Anschlagleisten oder Lüftungsgitter.

Tipps für eine lange Haltbarkeit

  • Dichtungen jährlich prüfen: Gummidichtungen können verspröden. Ein Abstrich mit säurefreiem Silikonöl hält sie geschmeidig.
  • Beschläge ölen: Scharniere und Schließzapfen einmal im Jahr mit einem Tropfen Harzöl behandeln, um Korrosion zu vermeiden.
  • Kondensat vermeiden: Auch im Keller regelmäßig lüften, um die relative Luftfeuchtigkeit unter 60 % zu halten.
  • Außenfuge kontrollieren: Nach jedem Winter prüfen, ob Frostschäden die Silikon- oder Acrylversiegelung gerissen haben.
  • Rollläden und Lichtschächte sauber halten: Laub und Schmutz in Lichtschächten stauen Feuchtigkeit, die langfristig in den Rahmen zieht.
  • Keine Reiniger mit Lösemitteln: PVC-Rahmen werden ausschließlich mit mildem Spülmittel gereinigt – aggressive Reiniger greifen die Oberfläche an.

Das richtige Kellerfenster auswählen

Welches Kellerfenster am besten passt, hängt von drei Faktoren ab: Größe, Öffnungsart und Verglasung.

Öffnungsart

Für Keller, die als Aufenthaltsraum oder Hobbyraum genutzt werden, empfehlen sich Dreh-Kipp-Fenster: Sie ermöglichen komfortables Lüften in der Kippstellung und lassen sich zur Reinigung vollständig aufklappen. Reine Lager- oder Technikräume kommen häufig mit einer einfachen Festverglasung aus, die günstiger ist und einen besseren U-Wert erreicht, weil keine beweglichen Dichtungen im Spiel sind.

Verglasung

Im beheizten Keller oder bei Räumen direkt an der Wohnraumdecke lohnt sich die Investition in 3-fach Verglasung (Ug ≤ 0,6 W/m²K). Für unbeheizte Keller ist 2-fach Verglasung mit einem Ug-Wert um 1,0 W/m²K in der Regel ausreichend und kosteneffizienter.

Maße

Standardmaße wie 60 × 40 cm oder 80 × 60 cm decken die meisten Einbausituationen ab. Passt kein Standardmaß, bietet neruli.shop auch Maßanfertigungen an – einfach die lichte Mauerwerksöffnung eingeben und das passende Fenster konfigurieren.

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Ob Standardgröße oder Sondermaß, Dreh-Kipp oder Festverglasung, 2-fach oder 3-fach Wärmeschutz: Bei neruli.shop finden Sie über 1.700 Kellerfenster ab 53,94 €, sofort lieferbar und mit mehr als 7.500 positiven Kundenbewertungen.

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